“Bloß keine Medienschelte”

Bloß keine Medienschelte, höre ich meinen Pressesprecher schon rufen, die sitzen am längeren Hebel. Und vielleicht hätte er Recht. Aber Journalisten, deren Aufgabe es ist, tagtäglich unser Tun und Reden kritisch zu begleiten und zu kommentieren, müssen es auch ertragen können, wenn ein Politiker mal im konkreten Fall ihr vorhersehbares, deswegen aber nicht weniger problematisches Schreiben – zugegebenermaßen etwas zugespitzt – kommentiert. Denn selten habe ich mich über Überschriften, Artikel und Kommentare in den Zeitungen so geärgert wie in den letzten Tagen.

Wenig Bereitschaft zur differenzierten Darstellung des Sachverhalts

„Union will Pharmakonzerne beschenken”, “Union hört auf Pharmalobby” oder “Union will Arzneirabatte senken” – selten paarten sich inhaltliche Falschaussagen oder Teilinformationen so fatal mit dem Schielen nach der schnellen und scheinbar nahe liegenden, weil populistischen Überschrift, selten war selbst in angeblichen Wirtschaftszeitungen so wenig Bereitschaft zur eigenen Recherche und zur differenzierten Darstellung des Sachverhaltes. Anlass ist der Entwurf für ein Positionspapier der AG Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, deren Vorsitzender ich bin. Darin benennen wir differenziert die Themen, die aus unserer Sicht bis Ende der Legislatur im Arzneimittelsektor noch anzugehen sind. Wir wollen Fehlentwicklungen und Versäumnisse aufgreifen und diskutieren, auf die wir von verschiedenen Seiten hingewiesen wurden. Auch Forderungen von Krankenkassen sind etwa darunter. „Union hört auf Krankenkassenlobby“ habe ich allerdings nirgends gelesen. Die sind nämlich qua Amt die Gutmenschen, egal wie dreist sie agieren.

Das Thema ist natürlich komplexer als es in der vergangenen Woche dargestellt wurde. Daher möchte ich zu drei Themen etwas ausholen und die Hintergründe aus meiner Sicht darstellen:

Grundsatz: Ein neues Medikament darf höchstens so viel teurer sein wie es besser ist

1. Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (kurz AMNOG) ist einer der ganz großen gesundheitspolitischen Erfolge der christlich-liberalen Koalition. Während andere viele Jahre lang nur drüber redeten, haben wir endlich das einseitige Preismonopol der Pharmaindustrie gebrochen. Neue Arzneimittel durchlaufen nach Zulassung und Markteintritt automatisch eine frühe Nutzenbewertung, auf dessen Basis anschließend das Unternehmen mit den Krankenkassen über den angemessenen Preis verhandelt. Dieser gilt spätestens ab dem 13. Monat nach der Zulassung. Grundsatz soll sein, dass ein Medikament höchstens so viel teurer sein darf, wie es besser ist als die, die schon auf dem Markt sind. Das setzt einen Anreiz, sich im Sinne der Patienten für wirkliche Verbesserungen für den Patienten einzusetzen und so genannte Scheininnovationen links liegen zu lassen. Allerdings sollen echte Verbesserungen dann aber auch angemessen honoriert werden und tatsächlich schnell beim Patienten ankommen. Und hier zeichnet sich zumindest Diskussionsbedarf bei der konkreten Umsetzung ab. Entscheidend für die Frage des Zusatznutzens ist etwa die so genannte Vergleichstherapie und die Festlegung/Definition der so genannten Endpunkte, die verglichen werden sollen.

 

Weitere Informationen:

Die Vergleichstherapie als Schlüssel zur Bewertung des Zusatznutzens

 

Aktuelle Forderungen des IQWiG würden konsequent zu Ende gedacht bedeuten, infizierten Patienten aus wissenschaftlichem Interesse eine heilende Therapie über Jahre vorzuenthalten – die Schlagzeilen möchte ich sehen. Mit der Logik gäbe es wahrscheinlich manches HIV-Medikament heute gar nicht auf dem (deutschen) Markt.

Und für orphan drugs, also Medikamente für Menschen mit seltenen Erkrankungen, deren Erforschungen von der EU ausdrücklich gefördert wird, hat der Gesetzgeber ausdrücklich vorgegeben, dass hier ein Zusatznutzen automatisch zuerkannt wird und eine Nutzenbewertung entfällt – was das IQWiG aber nicht davon abhält, gleich entgegen dem Willen des Gesetzgebers ein orphan drug öffentlich zu bewerten.

Niemand stellt das Verfahren der Nutzenbewertung und Preisverhandlung in Frage

Eigentlich sollte es angesichts dieser Beispiele möglich sein, im Interesse der Patienten die Debatte so differenziert zu führen, dass die Argumente gewogen werden und – so weit nötig – gegengesteuert wird. Denn wir wollen, dass wirkliche Innovationen, die Leid lindern und Leben verlängern können, angemessen honoriert werden. Auch das ist Geist des AMNOG gewesen. Niemand, wirklich niemand – und schon gar nicht die AG Gesundheit der Unionsfraktion, die das AMNOG maßgeblich geprägt hat, stellt das Verfahren der Nutzenbewertung und der Preisverhandlungen in Frage, wie es mancher Artikel unterstellte.

2. Es finden sich gleich mehrere Forderungen im Papier, die die Preise der forschenden Pharmahersteller weiter senken werden.

 

Weitere Informationen:

Zwei Beispiele: Bestandsmarkt und Biosimilars

 

Von diesen beiden Vorschlägen findet sich in den meisten Artikeln kein Wort oder höchstens mal eine Randnotiz, obwohl es um viele Hunderte Millionen Euro geht.

Vorübergehender Gehaltsverzicht = Gehalts-”Geschenk”?

3.  Stellen wir uns mal eine Sekunde lang vor, ein großer Zeitungsverlag müsste wegen einer Krise sparen und der Verlagsleiter legte für seine Journalisten einen Sparbeitrag in Form einer Gehaltskürzung von 3 % für zwei Jahre fest. Wenn dann anschließend im dritten Jahr, nachdem die Krise durchstanden ist, das Gehalt wieder auf die alte Höhe steigt, gäbe es wahrscheinlich höhnisches Gelächter in den Redaktionen, wenn es in Berichten hieße, das wäre jetzt ein Gehalts-„Geschenk“?

So verhält es sich aber mit dem so genannten Apothekenabschlag: Im GKV-Finanzierungsgesetz haben wir unter anderem für die Jahre 2011 und 2012 eine ganze Reihe von Sparmaßnahmen beschlossen. So haben wir das Ausgabenwachstum bei Ärzten und Krankenhäusern eng begrenzt, bei Apotheken und dem pharmazeutischen Großhandel haben wir unterm Strich ein Einsparziel von 400 Millionen Euro eingeplant – jährlich wohlgemerkt. Dieses Ziel wird in beiden Jahren auch deutlich erreicht.

 

Weitere Informationen:

Wie der Apothekerrabatt funktioniert und zu den Sparmaßnahmen beiträgt

 

Kaum ein Medium stellt diesen Sachverhalt richtig dar (dass die 1,75 EUR Ausgangsbasis für die Verhandlung für 2013 sein soll und nicht das gesetzlich fixierte Ergebnis steht deutlich im Papier, aber nicht in jeder Meldung). Und was dann daran im Überschriftenfuror ein „Geschenk für Apotheker“ sein soll, muss man mir wie gesagt noch erklären…

Dass die Apotheker darüber hinaus dauerhaft durch die Umstellung des Großhandelszuschlages an Rabattvolumen zu ihren Gunsten verlieren, ist zugegebenermaßen kompliziert nachzuvollziehen, macht aber für den einzelnen Apotheker viel Geld aus – und wurde bis heute nie wirklich medial gewürdigt.

Kann das Thema “Pharma und Apotheken” ohne Aufschrei diskutiert werden?

Klar war uns von Anfang an klar, dass es bei den Diskussionen Gegenwind geben würde, da beim Thema „Pharma und Apotheken“ erst einmal alle Verrat und „Klientelpolitik“ wittern. Aber dass es so krass werden würde (übrigens auch in den maßlosen Reaktionen der „Wünsch-Dir-Was“-Kasse AOK), ist bemerkenswert und langsam problematisch.

Denn ein wenig doppelzüngig wird es dann, wenn in einem Fall dasselbe Medium (Spiegel) es schafft, in derselben Woche noch seitenweise zu beklagen, dass die Pharmaindustrie kaum noch neue Antibiotika erforschen würde und dass darunter die Patienten leiden müssten. Wer Antibiotika-Forschung befördern will, darf dann nicht als Vergleichstherapie und Ausgangspreis die auf dem Markt befindlichen Produkte aus dem letzten Jahrtausend als absoluten Maßstab setzen. Denn Unternehmen werden nur dort nach wirklichen Innovationen forschen, wenn es auch die Chance auf angemessene Ertragschancen gibt.

Genau diesen Spagat, zu definieren, was denn der „angemessene“ Preis ist in einem Markt, in dem das Unternehmen bisher am längeren Hebel saß, ohne Patienten lebensrettende und leidensmindernde Innovationen vorzuenthalten, versucht das AMNOG zu schaffen. Und dieser Spagat hätte mehr Differenzierung verdient als die bisherige mediale Debatte sie zulässt.

19 Gedanken zu ““Bloß keine Medienschelte”

  1. Sehr geehrter Herr Spahn,
    Erstens danke für die Newsletter,
    Wenn alles so funktionieren würde, frage ich mich schon warum mir mein Neurologe der mich wg. MS behandelt vom Sept. 2011 bis Dez. 2011 ein neues Medikament verschrieben hat das mir half,
    als ich das nächst Folgerezept benötigte, bekam ich dieses Medikament nicht mehr mit dem Wortlaut
    „Ich mache bei keinen Versuchsreihen nicht mit und außerdem ist das Medikament zu teuer.

    Nur dass es sich um kein Versuchsmedikament mehr handelt, da es seit Sept 2011. in der EU und in der BRD zugelassen wurde.
    So wurde ich gezwungen den Neurologen zu wechseln, jetzt bekomm ich dieses Medikament wieder verordnet.

    Ich möchte Ihnen diesen Fall schieldern, damit Sie sehen wie mit Kassenpatienen umgegangen wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    Max Mayerhofer

  2. Was die Presse verbreitet ist das Ergebnis einer effizienten PR-Arbeit der GKV. Man darf an allem etwas verdienen, nur im Gesundheitsbereich ist dies ein Verbrechen.

  3. Ja, das hört sich mal ganz vernünftig an und entbehrt zu Teilen der üblichen Polemik, mit der man normalerweise Lieschen Müller erschreckt. Gut soweit. Es fehlt ein wenig die Einsicht, dass mit der Nutzenbewertung des AMNOG nicht nur der Preis (nach unten) reguliert werden kann, sondern – und das ist der wesentliche Effekt – dass mit einer nach kleinsten Subgruppen differenzierten Nutzenbewertung auch Indikationsgebiete in Salamistückchen zerlegt und damit Marktchancen auf Rudimente reduziert werden; und das dann noch zu einem stark reduzioerten Preis! Man wird sehen, ob sich das forschende Unternehmen mit ihren – dann anerkannt echten – Innovationen bieten lassen oder doch auf diesen Urwaldmarkt verzichten. Trotzdem – mal ganz erfrischend sachlich Herr Spahn.

  4. Chapeau,
    Herr Spahn!
    Auch wenn Sie auf meine kritische und vielleicht auch bissige e-mail vergangenen Jahres nicht reagiert hatten,
    so haben Sie jetzt deutlich Stellung bezogen.
    Aber dies reicht nicht. Gegen die Übermacht der Lobby der Pharmaindustrie und der von ihr bezahlten Schreiberlinge (was nun mittlerweile selbst “vorsätzlich Blinde” sehen) müssen wir lauter schreihen und uns stärker und auffälliger positionieren!
    Den freien Beruf Apotheker und die Insitution freie, unabhängige Apotheke wird es sonst nicht mehr lange geben!
    Mit freundlichen Grüßen
    Uwe Künzler

  5. Das hätte ich jetzt nicht gedacht.
    Die “Reichen Apotheker” seit Jahren verschrieen nach dem Motto”Weiß ja jeder”, werden seit Jahren immer schwächer und ärmer. Inzwischen arbeiten wir mit Unterdeckung und leben von der Substanz.
    Es freut mich, dass Sie so deutliche Worte finden. Weiter so.
    Würde Ihnen gerne mal eine gewisse Zeit zur Hospitation in meinem Betrieb zur Verfügung stellen.
    Danke
    MFG Peter Krösinger

  6. Guten Abend Herr Spahn,

    vielen Dank für Ihre Klarstellung.
    Ich hoffe sehr, dass diese zeitnah auch in anderen Medien publik gemacht wird.
    Als junger Approbierter hat man schon des öfteren das Gefühl das die Pharmazie an sich mehr und mehr in den Hintergrund rückt und der Ärger über Krankenkassen mehr denn je überwiegt.
    Natürlich kann ich auch Krankenkassenverbände verstehen.Die hohen Kosten im Gesundsheitsbereich müssen finaziert werden und somit müssen alle auch die Leistungserbringer ihren Teil leisten.
    Aber die goldenen Jahre der Apotheken sind spätestens seit dem Verbot von Naturalrabatten vorbei.
    Junge Pharmazeuten machen sich schon heute Gedanken darüber, ob der Arbeitsplatz Apotheke noch das verspricht was sie sich einst erhofften.
    Wenn der Kassenabschlag für 2009 und 2010 von Bundesgerichten entschieden werden muss, weil der eigentliche Schiedsspruch beklagt wird, ist das für viele nicht mehr nachvollziehbar.

    Daher bitte ich SIe eindringlich die Kassenvertreter in ihren Diskussionen darauf hinzuweisen, dass sie mit ihrer Politik zukünftige Fachkräfte nicht nur verschrecken, sondern ihnen den deutschen Markt auch nicht gerade aktraktiv machen.
    Bei immer mehr in den Ruhestand gehenden Apothekern vlt auch ein Aspekt, der für unsere Berufsgruppe spricht.

    Schönen Abend und gute Woche!
    Stefan Lödige

  7. Hat es denn eine unabhängige Apotheke jemals gegeben, solange das DAV-Credo (O-Ton H.S.Keller) unwidersprochen bleibt und somit Bestand zu haben scheint auch in Zukunft ?
    H.S.Keller:
    “Wir fordern von der Politik …, weil der Deutschen-Apothekerschaft nicht zuzumuten ist, die Interessen der Pharmaindustrie zu tangieren.”

  8. Endlich mal klare Worte.Ich bin fast fassungslos,dass erstmals ein ein-
    schlägiger Politiker sich auf den Boden elementarer Sachlichkeit begibt.
    In diesem von Polemik,Ignoranz und Oligopolpirouetten gekennzeichneten
    Bereich ist dies ein Licht am Ende des Tunnels.Ich wünsche mir eine wirksame
    Begrenzung der AOK-Frechheiten,die vor der breiten Öffentlichkeit erfolgen muss.
    Solange von den Krankenkassen jeder Leistungserbringer wie ein Krimineller und nicht
    wie ein Partner behandelt wird,kommt nur Blockade und Agonie heraus.Frei nach Jaspers
    ist fehlendes Vertrauen die Wurzel unwirtschaftlichen Handelns.Da liegt das Kernproblem.Oligopole und sonstige Machkonzentrate brauchen Grenzen.Dies können
    Einzelunternehmer wie Apotheker nicht leisten.Hier fehlt für immerhin staatliche
    Aufgaben jegliche Unterstützung.Eine angemessene Finanzierung ist zwingend.Dies ist eine Bringschuld.Nur die individuelle Selbstausbeutung und vergangene gute Jahre verhindern Schlimmeres.Aber die Lawine rollt.Mich wundert,wie die einfachsten be-
    triebswirtschaftlichen Zusammenhänge geflissentlich übersehen werden.Ab jetzt nicht
    mehr?

    MfG Reinhard Rodiger

  9. Ich bin zwar nur eine dumme Studentin, aber das, was und wie es in der Presse über diejenigen, die täglich im Gesundheitswesen Ihren Mann oder Ihre Frau stehen zu lesen ist, ist so einseitig negativ, dass die Berichterstattung allein aus dieser Sicht unglaubwürdig erscheint.
    Ihre Stellungnahme, Herr Spahn, und Ihr Positionspapier zeugen davon, dass Sie mutig sind, und hoffentlich auch mal ein paar andere Eisen anpacken werden.
    Wie soll ich 22-jährige z.B. die Renten- und “Krankheitslast” meiner Eltern schultern. (Ich meine hier die jeweiligen Generationen!)
    Viele Grüße
    Ihre Nora

  10. Sehr geehrter Herr Spahn,
    vielen Dank für diese überfällige Klarstellung, besser spät als nie.
    Vor allem für die Erkenntnis daß die Reaktionen, z.B. der AOK, maßlos und unangemessen sind. Schön wäre es, wenn diese Erkenntnissse auch mal zu Ihrem Koalitionspartner, speziell Herrn Bahr, durchdringen würden. Aus lauter Angst vor dem Vorwurf der “Klientelpolitik” ignoriert er diese Fakten konsequent, was aber letztendlich weder Ihn noch seine Partei retten wird. Und die “Klientel” ist sowieso schon lange weg und politisch heimatlos.

  11. als Apotheker bin ich zu ganz widersprüchlichen Handlungen per Gesetz verpflichtet und fühle mich ganz und gar als Sklave der GKV, die – siehe Verwaltungspalästen – im Geld schwimmt:
    wenn z.B. ein preiswertes Arzneimittel verordnet wurde, muss ich oft gegenüber dem Patienten einen Austausch vornehmen mit diesen Worten: “dieses verordnete Arzneimittel ist gut und günstig. Es handelt sich um ein sog. Generikum. Leider darf ich Ihnen das ärztlich verordnete preiswerte Mittel nicht geben! Ihre Krankenkasse hat nämlichen einen Vertrag mit dem teuren pharmazeutischen Originalhersteller geschlossen. D. h. Ihre Krankenkasse zementiert die höheren Arzneipreise per Vertrag, weil die Pharmaindustrie zum Hoflieferant erklärt wird. Das Original ist sehr viel teurer als das Generikum! Die Bundesregierung, die Sie als Patient vielleicht gewählt haben, ist mit diesem Austausch einverstanden. Was eingespart wird bei Ihrer Krankenkasse, ist nicht bekannt. Ihre Krankenkasse möchte keine Kostenransparenz bezüglich dieses Arzneimittels” Nur zu oft sagen Patienten darauf: “Ist das nicht Korruption durch meine Krankenkasse, wenn das Preiswertere nicht gegeben werden darf, was mein Arzt ausgesucht hat?” Als Apotheker fühlt man sich bei Kafka heimisch. Mir fällt nur dieser Satz von Franz Kafka ein: “Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht”

  12. Respekt für die klare Information.
    Schade dass es kaum noch kompetente Fachjournalisten gibt,die diese
    durchaus bei etwas Bemühen nachvollziehbaren und sinnvollen Änderungen interesant aber in der Sache richtig beschreiben können.
    Es ist ja fast ein Treppenwitz der Politikgeschichte,dass 8 Jahre Rot-Grün nur steigende Medikamentenpreise produziert haben und eine
    schwarz-gelbe Regierung erstmals sinnvolle Reformen mit preiswerterer Medikamentenversorgung und Beurteilung von Innovationen eingeführt hat,was nur sinnvoll ist.Weiter so
    Herr Spahn

  13. Hallo Herr Spahn,

    Sie behaupten: “Niemand stellt das Verfahren der Nutzenbewertung und Preisverhandlung in Frage”.

    Behaupten aber zu Anfang das das aktuelle Verfahren der Vergleichstherapie zu langsam beim Patienten ankäme.

    Wenn Sie etwas tun, dann stehen Sie auch dazu, stellen Sie das aktuelle Verfahren in Frage, doch bieten Sie auch konstruktive Antworten.

    Anbei deshalb mein Blog-Kommentar mit einer Antwort, in der ich versuche einen konstruktiven Beitrag zu leisten.

    Mit freundlichem Gruß,

    Andreas Landgraf

    Ein Verfahren mit „Vergleichstherapie“ das allen Seiten (Pharmaindustrie, Krankenkassen, Patienten) gerecht würde.

    1. Während der Entwicklung eines Präparates kann die Pharmaindustrie die Vergleichspunkte nennen, in denen Sie einen Zusatznutzen zu einem Vorgängerpräparat erzielen will.

    2. Während der meist langen Entwicklungszeit können zum aktuell verwendeten Vorgängerpräparat, die Studien zu den Vergleichspunkten durchgeführt werden.
    (Ist natürlich nur notwendig, falls es sich um neue Vergleichspunkte handelt, die bei der Zusatznutzenbetrachtung des Vorgängerpräparates noch nicht festgestellt wurden.)

    3. In einer Übergangsphase kann das fertig entwickelte und zugelassene Präparat auf seinen Zusatznutzen untersucht werden. Solange dieser nicht nachgewiesen ist, bleibt der Preis beim Preis des Vorgängerpräparates, etwaige Aufschläge aufgrund des mutmaßlichen Zusatznutzens werden unter dem Vorbehalt gezahlt, dass dieser tatsächlich nachgewiesen werden kann.

    4. Erst nach Nachweis des tatsächlichen Zusatznutzens wird der endgültige Preis verhandelt. Fällt der Aufschlag niedriger aus als erwartet, muß der Pharmahersteller die Differenz zurückzahlen. Fällt der Aufschlag höher aus als zuvor definiert, müssen die Krankenkassen nachzahlen.

  14. Ebenfalls Hut ab!
    Besser hätte man die Unterschiede zwischen “Sozialismus” und verantwortungsvoller sozialer Markt- und Gesundheitswirtschaft nicht darstellen können. Das lässt hoffen, denn die Anzahl mutiger, lernender Politiker an massgebenden Positionen ist ja eher als gering einzustufen. Hoffe, dass wir in dieser Form noch öfter “Spahnendes” hören, denn gerade als engagierte Apotheker wissen wir die Tatsachen auf unserer Seite!

  15. Pingback: Bisschen Kindergarten: Spahn und die Kassen | kuhrtgesagt

  16. Hallo Herr Spahn,
    vielen Dank für die detaillierte sachliche Info zu diesem Thema. Ich gebe zu, dass es einfacher ist, kurze polemische Artikel zu lesen, als sich in unserer reizüberfluteten Gesellschaft im Detail mit solch komplexen Themen zu befassen. Trotzdem meine ich, dass uns nichts anderes übrigbleibt, als genau hinzusehen, nachzudenken und gemeinsame Lösungen zu finden. Dazu ist Ihr Blog sicher ein guter Beitrag. Mit meiner Initiative für die deutsche-gesundheits-versicherung.de versuche ich meinen Teil beizutragen. Da geht es um gesundheitspolitische Vorschläge die im Ergebnis zu mehr Gesundheit für weniger Geld führen. Die wichtigsten Punkte dabei: Schaffung EINER starken Versichertengemeinschaft und ein mehr psychosomatischer Behandlungsansatz unter Einbeziehung auch von alternativen Heilmethoden. Durch diese starke Gemeinschaft ließe sich auch das AMNOG leichter umsetzen, denn gerade für die PKV ist die Abrechnung über “ZESAR” sehr kompliziert und bürokratisch.
    Ich freue mich auf einen weiteren interessanten Dialog.
    Herzliche Grüße –
    Birgit Schmidmeier

  17. Pingback: Unions-Politiker Spahn fordert von Krankenkassen Geldausschüttung zugunsten Versicherter

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