Rentenpaket – machen wir das Beste draus

Ja, die Rente mit 63 ist das falsche Signal. Ja, die Rente mit 63 ist ein Rückschritt. Ja, die Rente mit 63 schafft mehr Ungerechtigkeiten. Ja, das Rentenpaket ist in seiner Gesamtheit schwierig, weil es Leistungen aus Beiträgen finanziert, die eigentlich aus Steuermitteln finanziert werden müssten. Ja, das Rentenpaket mutet künftigen Generationen was zu. Und ja, es stellt ein Stück weit das in Frage, was in den letzten Jahren erreicht wurde.

All das stimmt. Und doch war immer klar, dass die Rente mit 63 sicher kommen wird, denn Deutschland wird seit Dezember von einer Großen Koalition mit breiter Mehrheit im Deutschen Bundestag regiert. Dann ist es aber auch alle Mühen wert, zumindest das Schlimmste zu verhindern und das Beste draus zu machen.

Gemeinsam mit zahlreichen anderen jüngeren Abgeordneten habe ich in den letzten Wochen immer wieder gefordert, dass – wenn dieses Paket nun schon kommen soll – eine Frühverrentung über den zweijährigen Arbeitslosengeldbezug bereits mit 61 Jahren sicher ausgeschlossen wird und der Einstieg in die Flexi-Rente gelingt. Denn die Flexi-Rente ist die eigentlich richtige Antwort darauf, dass in einer immer älter werdenden Gesellschaft immer mehr Menschen für sich selbst entscheiden wollen, auch länger als bis zur Regelaltersgrenze zur arbeiten.

Beide durchgesetzten Änderungen federn die Auswirkungen des Rentenpakets ab. Vor allem öffnet der Einstieg in die Flexi-Rente die Tür in die Zukunft – weg von bisherigen starren Altersgrenzen hin zu flexiblen Renteneintritten. Die Rente mit 63 mag für eine Generation attraktiv sein, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren in Rente geht, aber heutigen und künftigen Arbeitnehmern wird sie nicht gerecht. Mit der Flexi-Rente findet diese Erkenntnis erstmals Eingang in praktisches Rentenrecht. Und wir werden – gerade in dieser Großen Koalition – diese Möglichkeiten noch weiter ausbauen müssen, damit am Ende die Rentenversicherung auch künftig für alle attraktiv bleibt.

Unsere beiden Forderungen sind jetzt erfüllt – das ist weitaus mehr, als nach den Koalitionsverhandlungen und dem Entwurf der Sozialministerin zu erwarten war. Dieses Ergebnis war nur dann zu erreichen, wenn man klar und deutlich Position bezieht, aber auch gesprächsbereit bleibt und nicht von Anfang ankündigt, dagegen stimmen zu wollen. Warum soll man auf jemanden hören, der ohnehin nicht zustimmen wird? Wer in einer großen Koalition mit einer dicken Mehrheit im Deutschen Bundestag etwas in seinem Sinne erreichen will, muss anders spielen. Und wer zwei konkrete Forderungen erhebt, die das Paket nicht zu einem guten machen, es aber deutlich verbessern – und die Forderungen erfüllt werden – der muss dann auch springen und zustimmen. Denn warum sollte in Zukunft sonst noch jemand auf unsere Forderungen und Argumente eingehen, wenn wir eh nicht zustimmen?

Deshalb werde ich dem Rentenpaket heute schweren Herzens zustimmen. Eines ist mir dabei wichtig: Wir können uns dieses Paket nur leisten, weil es uns heute gut geht. Und damit ist seine Verabschiedung auch Mahnung und Aufforderung an uns selbst, alles zu tun, dass das auch in fünf oder zehn Jahren noch so ist.

8 Gedanken zu “Rentenpaket – machen wir das Beste draus

  1. Die ersten Nachrichten, wie das Paket angenommen wird, stimmen sehr nachdenklich, dass der Wunsch dass es uns auch in 5 oder 10 Jahren gut geht, realisitisch ist. Die Flexi Rente ist leider auch das einzige Indiz, dass die Reform nicht komplett die Realität in diesem Land verkennt. Die Auswirkungen werden zwar erst in naher Zukunft wirklich erkennbar, die Vorzeichen stehen jedoch sehr schlecht.

  2. Wozu quälen sich Menschen durch eine höhere Schul- und Hochschulbildung? Doch nicht um gegenüber denen benachteiligt zu werden, die teils aus mangelndem Engagement zwangsläufig schon mit 15 ins Arbeitsleben eintreten! Erst startet der Verdienst schon 10-15 Jahre früher und jetzt gibt es auch noch vier Jahre früher die volle Rente. Es gibt genug Akademikerberufe, die nur manche bis ins hohe Alter ausüben können, z.B. Lehrer und Ärzte.

  3. Was bitte ist neu an den Problemen der Rentenversicherung ? Und wieso Reden sie von wir? Sie Zahlen doch gar nichts ein,für ihre Pensionsansprüche . Sie erzählen von Privateraltersvorsorge und meinen damit nur die Beitragszahler in dieser Zwangskasse. Diese steht doch schon seit Jahrzehnten vor den Kollaps. Ich sehe vor meinen Geistigenauge immer noch Herrn Bluem auf der Leiter,das Plakatkleben mit der Aufschrift “die Rente ist sicher”. Er verschwieg doch nur eines , nur deren Höhe nicht. Und dann noch Neid wecken das einige mit 63 in Rente gehen dürfen . Das diese Menschen aber teils 49 Jahre Beiträge gezahlt haben,fällt unterm Tisch. Gearbeitet unter ganz anderen Bedingungen mit einer höheren Wochenarbeitszeit. Da fehlen einen die Worte. Oder die ” Mütterrente “,meine Mutter hat 4 Kinder und war über 26 Jahre als OP – Schwester tätig . Sie ist Jahrgang 1940 und bekamm lange überhaupt kein Kindergeld. Mein Vater hat auch immer gearbeitet. Und den beiden gönnen sie diese Rentenpunkte nicht? Aber denjenigen der nach 1992 Kinder zur Welt gebracht hat,bis zu wieviel waren es noch? Und ihre jüngeren Abgeordneten,haben diese vielleicht noch mit 25 Jahren Kindergeld bezogen? Und zum Schluss noch eins ,nicht jeder wird in den Genuss der Rente kommen. In Meinen Umfeld gab es viele Fälle ,wo jemand mit 50 oder jünger verstorben ist. Ich bin Verfechter der Bürgerversicherung und solange es die nicht gibt,hören Sie bitte auf über die Rente zu Diskutieren . Sie wirken auf mich irgendwie unglaubwürdig ,weil sie Angesicht einer Staatsverschuldung von 2 Billionen Euro meinen das ihre Pensionsansprüche sicherer sein,als meine Rentenansprüche .

  4. Hoffentlich hört diese Verarschung bald auf!! Wir müssen es machen wie in der Schweiz. Mindestrente und Höchstrente. Alle müssen einzahlen. Ärzte, RA, usw.
    dann stimmt der Laden wieder. Schäuble sagt doch: “Wir sind eine Solidargemeinschaft!” Seid endlich ehrlich zu den Menschen. Wir sind ja eine Demokratie – oder nicht?

  5. Herr Spahn fangen sie nicht auch noch an uns eine Riesterrente aufschwätzen zu wollen. Der Plattenleger hat schon genug Scheiße gebaut. Hören sie auf.
    Erzählen sie den Leuten die Wahrheit. 52 mio. Beitragszahler – und wo ist der Rest??
    Ich könnte kotzen!!!!!!

  6. Herr Spahn,
    hören sie endlich auf die Leute zu verarschen. Machen sie die Rente wie in der Schweiz, wir sind eine Solidargemeinschaft (Aussage Herr Schäuble). Mindest- und Höchstrente, und alle müssen einzahlen. Auch die Ärzte, RA, Architekten, usw. Die Reichen haben sich schon lange aus diesem System ausgeklinkt.
    Also hören sie und Frau Merkel auf den Leuten LÜGEN zu erzählen.
    Auf diese Weise funktioniert das System nicht.
    Ich höre auf – das kotzt mich an.

  7. Das Problem ist, das Politiker immer weg von der Realität diskutieren und dafür noch bezahlt werden werden! Wie ist es möglich, das sich ein Politiker, 1980 geboren, so über die Rente auslässt.
    Viele, Viele würden noch im Alter weiterarbeiten. Firmen stellen keine Älteren Arbeitnehmer ein! So ist es in Deutschland.

  8. Es ist doch eine Frechheit, dass sich sogenannte Politiker die gerade aus den Windeln raus sind, den Begriff Arbeit nicht kennen, geschweige jemals gearbeitet haben, sich über Renten auslassen.
    Diese Politiker- und Beamten-kaste, die sich auf kosten der Rentner maßlos bedienen ist eine weitere Frechheit.
    Dieser Selbstbedienungsladen schmückt sich auch noch mit Begriffen wie Demokratie oder Rechtsstaat. Das ist die glatte Verarschung.

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