Demographischer Wandel

Der Demographische Wandel ist die größte Herausforderung in den nächsten Jahren. Von Beginn meines politischen Engagements an beschäftige ich mich damit. Zahlreiche Zuschriften erreichen mich dazu. Hier finden Sie eine Zusammenstellung von Artikeln, Beiträgen und Reaktionen – ich bin gespannt auf Ihre Meinung.

“Die Kinder der anderen” – Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14.03.2012

Gesammelte Rückmeldungen auf den Gasbeitrag in der FAZ

Warum die Gegenargumente nicht überzeugen – spahnblog vom 15.02.2012

Nicht jeder hat Kindern, aber jeder hat Eltern – spahnblog vom 13.02.2012

Ein Gedanke zu “Demographischer Wandel

  1. Sehr geehrter Herr Spahn,

    ich hatte Sie vor 4 Wochen im Anschluss an die TAZ-Diskussion mit Antje Hermenau und Boris Palmer etwas überfallartig angesprochen. Falls ich etwas intensiv und aufdringlich gewirkt haben sollte, möchte ich mich hiermit bei Ihnen entschuldigen; aber das Thema war und ist mir doch sehr wichtig, auf das ich Sie kurz angesprochen hatte. Ich schätze Sie als sehr offenen, ehrlichen und tatkräftigen Menschen ein. Zudem haben Sie aufgrund Ihres Ausbildungshintergrunds als Bankkaufmann beste Voraussetzungen, die Problematik zu erkennen und zu verstehen, die ich insbesondere in einem fehlerhaften Geldsystemverständnis sehe, das aufgrund seiner aktuellen Konstruktion in Verbindung mit fehlerhaften Theorien einen destruktiven Wachstumszwang ausübt, der dann – wegen des biblischen Matthäus-Effekts – immer wieder zu größeren Katastrophen und Verteilungskämpfen führt, die wohl nur selten friedlich enden. Die Politik Deutschlands ist leider eine riesige Katastrophe; insbesondere weil die handelnden Akteure von der Richtigkeit ihres Tuns völlig überzeugt sind. Herr Schäuble hat in der Vergangenheit sehr viel Gutes für Europa getan; aber er wird wohl wie in der klassischen griechischen Tragödie als tragische Figur das Ende eines friedlichen und freiheitlichen Europas bewirken. Das Zeitfenster ist meines Erachtens nur noch sehr schmal.

    Aus diesem Grunde hatte ich im August 2013 einen eigenen Blog mit dem Namen „Zinsfehler“ gestartet und viele intensive Diskussionen insbesondere auch im Herdentrieb der Wochenzeitung DIE ZEIT geführt. Hierbei musste ich zunehmend feststellen, dass unsere Vorstellungen über die Funktionsweise eines modernen Kreditgeldstandards grundlegend falsch sind und 99 % aller makroökonomischen Lehrbücher dieses Thema entweder ausblenden oder aber falsch darlegen. Ich selber habe nach einer kaufmännischen Ausbildung bei Boehringer Ingelheim in den 80er Jahren in Saarbrücken Wirtschaftspädagogik studiert und das Thema Europäische und internationale Wirtschaftsbeziehungen mit dem Schwerpunkt Geld und Geldpolitik zuletzt 10 Jahre lang an der Europäischen Wirtschafts- und Sprachenakademie unterrichtet.

    Es ist beim Thema Geld ein wenig so wie bei der kopernikanischen Wende. Nur, dass dieses Mal nicht unmittelbar die Macht der kirchlichen Institutionen zur Disposition steht sondern die Macht der Finanzmärkte; wenn man sie überhaupt getrennt voneinander betrachten kann. Die Finanzmärkte sind es letztlich, die über die illusionären monetären Renditevorgaben diesen realen Wachstumszwang ausüben.

    Aus diesem monetär induzierten Wachstumszwang gibt es einen relativ einfachen Ausstieg. Das Problem hierbei: Unsere fehlerhaften Vorstellungen hindern uns daran, die richtigen Hebel umzulegen; zumal Politik und Ökonomie uns die letzten 30 Jahre genau das Gegenteil erzählt haben von dem, was eigentlich gemacht werden müsste. Die kognitive Dissonanz schlägt unerbittlich zu. Ich habe zum Teil über zwei Jahre intensive Überzeugungsarbeit leisten müssen, um ökonomisch vorgebildete Menschen überzeugen zu können. Zu Beginn wurde ich ob meiner steilen Thesen oftmals belächelt und/oder abgekanzelt. Die Zahl meiner Kritiker hat kontinuierlich abgenommen und einige haben inzwischen das Lager gewechselt.

    Dies nutzt aber alles nichts, wenn dieses Wissen nicht in die politischen Institutionen vordringt. Und dort sitzen leider viele bestens organisierte lobbyistische Widersacher.

    Ich habe die zentralen Aspekte zur Krisenbewältigung im Oktober 2013 in einem 10-Punkteplan zusammengefasst und in meinem vorletzten Beitrag vom 23.03.2015 im Hinblick auf den zentralen Reformaspekt des Geldsystem aktualisiert. Wenn es Ihre Zeit erlauben sollte, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie einen Blick in meinen Blog werfen. Zum Einstieg empfehle ich Ihnen die folgenden drei Beiträge:
    https://zinsfehler.wordpress.com/2013/11/03/euroland-im-dauerkrisenmodus/
    https://zinsfehler.wordpress.com/2014/05/16/studentenaufruf-vom-16-05-2014/
    https://zinsfehler.wordpress.com/2014/09/04/bankmythen/
    Sie finden alle Beiträge in chronologischer Reihenfolge auf der Startseite des Blogs: https://zinsfehler.wordpress.com/

    Wie fehlgeleitet selbst unter Ökonomen die aktuelle Geldsystemdebatte geführt wird, können Sie hier http://blogs.faz.net/fazit/2015/04/17/wenn-ungleichheit-zur-wachstumsbremse-wird-5696/#comments, hier http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2015/04/vollgeld-und-der-schweizer-franken/#c1630 und hier http://insideparadeplatz.ch/2015/05/12/vollgeld-vollidiotie/#comment-92751 nachlesen. Die Anhänger der Vollgeldbewegung befinden sich meines Erachtens genau so auf dem Holzweg wie die übergroße Mehrheit unserer Mainstream-Ökonomen. Wir haben acht Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise immer noch ein Erkenntnisproblem. Die Zeit ist nicht nur beim Thema Geld die wichtigste Dimension; und die zerrinnt uns zwischen den Händen.

    In Sorge um Deutschland und Europa
    Michael Stöcker

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