“Bloß keine Medienschelte”

Bloß keine Medienschelte, höre ich meinen Pressesprecher schon rufen, die sitzen am längeren Hebel. Und vielleicht hätte er Recht. Aber Journalisten, deren Aufgabe es ist, tagtäglich unser Tun und Reden kritisch zu begleiten und zu kommentieren, müssen es auch ertragen können, wenn ein Politiker mal im konkreten Fall ihr vorhersehbares, deswegen aber nicht weniger problematisches Schreiben – zugegebenermaßen etwas zugespitzt – kommentiert. Denn selten habe ich mich über Überschriften, Artikel und Kommentare in den Zeitungen so geärgert wie in den letzten Tagen.

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Wie der Apothekerrabatt funktioniert und zu den Sparmaßnahmen beiträgt

Ein Teil des Einsparvolumens bei den Apothekern wurde generiert, indem wir den Rabatt, den die Apotheker den Kassen bei der Abgabe eines Medikamentes von ihrem Fixanteil von 8,10 EUR geben müssen, per Gesetz für 2011 und 2012 um 30 Cent auf 2,05 EUR erhöht haben (das heißt also, für die Abgabe eines GKV-Arzneimittel erhält der Apotheker 2011 und 2012 8,10 EUR – 2,05 EUR = 6,05 EUR). Für die Jahre 2009 und 2010 wurde dieser Betrag zwischen Krankenkassen und den Apothekern ausgehandelt bzw. durch einen Schiedsspruch festgelegt und beträgt dieser Rabatt 1,75 EUR (6,35 EUR pro GKV-Medikament für den Apotheker).

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Zwei Beispiele: Bestandsmarkt und Biosimilars

Wir forden, dass immer dann, wenn ein neues Medikament in der Nutzenbewertung ist, für dessen Wirkstoffklasse es schon einen Bestandsmarkt gibt, der bisher noch nicht einer Bewertung unterzogen wurde, auch dieser Bestandsmarkt regelhaft einzubeziehen ist. Damit fielen auch viele Medikamente darunter, die vor dem In-Kraft-Treten des Gesetzes auf dem Markt waren, aber noch Patentschutz hatten. Das war bisher nicht eindeutig geregelt.

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Die Vergleichstherapie als Schlüssel zur Bewertung des Zusatznutzens

Die Vergleichstherapie ist, so war es gedacht, der aktuelle Therapiestandard, mit dem Patienten mit der Erkrankung, für die das Medikament zugelassen wurde, bisher behandelt wurden; dies kann ein Medikament oder aber auch eine andere Therapie, etwa eine OP, sein. Mit dieser Vergleichstherapie wird das neue Arzneimittel auf der Basis von Studien verglichen, um zu bewerten, ob und in welchem Maße es tatsächlich „besser“ ist.

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Politik ist keine Frage des Alters, sondern eine Frage von starken Nerven

Jetzt heißt es wieder, die Jungen könnten es nicht. Diese Feststellung im Grundton der Überzeugung ausgesprochen konnte hören, wer nach dem Rücktritt von Christian Lindner als FDP-Generalsekretär offenen Ohres durchs politische Berlin ging. Nach dem Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg fühlen sich viele Altvordere zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit in ihrem pauschalen Urteil bestätigt. Insofern zieht der Rücktritt nicht nur die FDP, sondern auch alle Politiktreibenden diesseits von mindestens 50 Lebensjahren mit runter. Dabei ist das keine Frage des Alters, sondern eine Frage von starken Nerven. Da muss man nur an Lafontaines oder Horst Köhlers Abgang denken.

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